Praxisbeispiel HEWI · Training für Ausbildungsbeauftragte

Zuhören. Erkennen. Selbst erarbeiten lassen.

Wie das Team der technischen Ausbildung bei HEWI in 1,5 Praxistagen gelernt hat, Konflikte früher anzusprechen und Auszubildende zur eigenen Lösung zu führen. Ein Training für Ausbildungsbeauftragte, das fast nur aus Üben besteht.

  • 10 Ausbildungsverantwortliche
  • 1,5 Präsenztage
  • 10 echte Gesprächsfälle
Das Team der technischen Ausbildung von HEWI mit Jan Achnitz in der Ausbildungswerkstatt
Ausgangslage

Wer in Zahlen denkt, spricht nicht automatisch gern

In der technischen Ausbildung arbeiten Fachleute, die präzise denken und handeln. Gespräche mit jungen Menschen gehören selten zu dem, wofür sie ausgebildet wurden. Gleichzeitig entstehen gerade dort Konflikte, wo das Zwischenmenschliche keinen Platz bekommt.

HEWI ist ein familiengeführtes Industrieunternehmen aus Bad Arolsen in Nordhessen, gegründet 1929. Das Unternehmen entwickelt und produziert Beschläge, Sanitär-Accessoires und barrierefreie Badsysteme. Die eigene technische Ausbildung ist ein zentraler Baustein der Fachkräftesicherung.

Der Anspruch des Teamleiters Daniel Wilke war klar: Ausbildung ist mehr als das Vermitteln von Lerninhalten. Konflikte sollen rechtzeitig angegangen werden, und zwar von der kompletten Mannschaft, nicht nur von einem einzelnen Ausbilder. Deshalb haben wir nicht einzelne Personen geschult, sondern das gesamte Team der technischen Ausbildung, einschließlich der Ausbildungsbeauftragten.

Ausbildungsbeauftragte von HEWI lachen gemeinsam am Seminartisch, vorn ein Kollege von hinten
Ganzes Team · früh statt spät · Generation verstehen

Was ein Gesprächstraining für Ausbildungsbeauftragte leisten soll

Ein Gesprächstraining für Ausbildungsbeauftragte vermittelt Fachkräften, die nebenbei ausbilden, wie sie schwierige Gespräche mit Auszubildenden führen: Probleme sachlich ansprechen, zuhören und den Azubi mit Coachingfragen zur eigenen Lösung führen. Bei Bildungsreif besteht es aus einer digitalen Vorbereitung und Präsenztagen, in denen fast nur geübt wird.

Das ganze Team, nicht nur die Leitung

Auch die Ausbildungsbeauftragten in den Werkstätten führen Gespräche mit Auszubildenden. Deshalb trainierte die komplette Mannschaft der technischen Ausbildung gemeinsam.

Früh ansprechen statt spät eskalieren

Probleme sollen erkannt und angesprochen werden, bevor sie zum Konflikt werden. Dafür braucht es Worte, die nicht verurteilen, und Fragen, die öffnen.

Die junge Generation verstehen

Wer den Hintergrund junger Auszubildender einordnen kann, reagiert gelassener und findet leichter einen Zugang zu ihnen.

Training für dein Team anfragen Wir entwickeln das Training mit den Gesprächsfällen aus deinem Betrieb.
Lernarchitektur

Theorie vorab, Präsenz für die Praxis

Präsenzzeit ist in der Ausbildung knapp. Deshalb wurde sie nicht für Vorträge genutzt, sondern für das, was nur gemeinsam geht: üben, beobachten, Rollen wechseln.

  1. Vor dem Training

    Die Teilnehmenden erarbeiten Grundlagen zu Gesprächsführung und Coaching im innovatim Lernmanagement, eigenständig und im eigenen Tempo. So starten alle mit demselben Ausgangsniveau.

  2. 1,5 Präsenztage

    Die Präsenzzeit gehört fast vollständig der Praxis: 10 Gesprächsfälle aus dem technischen Ausbildungsalltag, im Team durchgespielt und überwiegend selbst erarbeitet.

  3. Danach im Ausbildungsalltag

    Das Prinzip des Trainings wird zum Prinzip der Ausbildung: Auszubildende erarbeiten selbst, was ihnen fehlt, und die Ausbilder halten den Prozess.

Der rote Faden

Vier Schritte, ein echtes Gespräch

Jede teilnehmende Person brachte ein Gespräch aus dem eigenen Alltag mit, das sie bisher aufgeschoben hatte. Dieses Gespräch begleitete sie durch alle vier Schritte bis zur Probe am Ende.

  1. Verstehen

    Tag 1: Was brauchen Auszubildende, und welche eigenen Reflexe springen im Gespräch an?

  2. Klar ansprechen

    Tag 1: beobachten statt bewerten, zuhören und Erwartungen klären.

  3. Coachen

    Tag 1: das 3K-Modell anwenden und passende Fragen üben.

  4. Anwenden

    Tag 2: das eigene, bisher aufgeschobene Gespräch proben und den Transfer in den Alltag festlegen.

Moderationskarten an einer Pinnwand mit Sätzen wie „Keine Ahnung!“ und „Die anderen sind schuld“
Whitepaper herunterladen Der ganze Praxisbericht als PDF, kostenlos.
Das Gesprächsmodell

Kennen, Klären, Konkret machen: das 3K-Modell

Ein Leitfaden gibt Halt, gerade wenn man Gespräche nicht jeden Tag führt. Er sorgt dafür, dass niemand zu früh zur Lösung springt und am Ende eine verbindliche Vereinbarung steht.

Das 3K-Modell führt in drei Schritten von der Situation zur eigenen Vereinbarung des Azubis.
Schritt Worum es geht Beispielfrage
KennenDie Situation verstehen„Was beschäftigt dich gerade?“
KlärenZiel, Zusammenhänge und Ressourcen„Was möchtest du stattdessen erreichen?“
Konkret machenOptionen und der eigene nächste Schritt„Was wirst du bis wann tun?“

Vom Urteil zur Beobachtung: Statt „Du bist unzuverlässig.“ heißt es: „Am Montag und Mittwoch warst du zehn Minuten nach Beginn am Arbeitsplatz. Wie kam es dazu?“

Besprechungstermin buchen Kostenlos und unverbindlich, Termin direkt online wählen.
Pinnwand mit drei Reihen farbiger Moderationskarten, die die Gruppe im Training gesammelt hat
Im Training selbst erarbeitet: typische Situationen und Antworten aus dem Ausbildungsalltag
Üben statt zuhören

10 Fälle, jeder aus beiden Perspektiven

Gesprächsführung lernt man nicht durch Zuhören. Kern der Präsenz waren deshalb 4 Coachinglabore in Dreiergruppen: Eine Person coacht, eine spielt den Azubi, eine beobachtet. Nach jedem Durchgang wechseln die Rollen, sodass jede Person jede Perspektive erlebt.

Der Aha-Effekt kam beim Rollenwechsel. Wer selbst einmal den Azubi spielt, spürt, wie ein gut gemeinter Ratschlag beim Gegenüber ankommt. Diese Erfahrung überzeugt mehr als jede Folie, und sie erklärt, warum die Gruppe am Ende sagte, sie habe fast alles selbst erarbeitet.

  1. Vorbereiten, 5 Minuten

    Fall lesen und ein eigenes Lernziel setzen.

  2. Gespräch, 10 bis 20 Minuten

    Das Gespräch mit dem 3K-Leitfaden führen.

  3. Feedback, 5 Minuten

    Rückmeldung mit einem konkreten Beispiel aus dem Gespräch.

  4. Rollenwechsel

    Neue Rollen, nächster Fall: Jede Person coacht, spielt Azubi und beobachtet.

Haltung

Coaching statt Beratung: der Azubi findet die Lösung

Die wichtigste Erkenntnis der Gruppe war eine Unterscheidung. Wer berät, gibt die eigene Lösung vor, auch wenn der Auszubildende ganz anders tickt. Wer coacht, macht das Problem sichtbar und lässt die Lösung beim Gegenüber entstehen.

Beratung hat ihren Platz bei Sicherheit und Standards, Coaching wirkt bei Verhalten und Konflikten.
Beratung Coaching
Typischer Satz„So würde ich es machen.“„Was brauchst du, damit es klappt?“
Wer liefert die Lösung?der Ausbilderder Auszubildende
Passt zu …der Erfahrung des Ausbildersder Art, wie der Azubi tickt
Sinnvoll, wenn …es um Sicherheit und klare Standards gehtVerhalten, Motivation oder Konflikte im Spiel sind

Zuhören

Erst verstehen, was den Auszubildenden bewegt, bevor du bewertest oder eine Lösung anbietest.

Erkennen

Probleme früh sehen und offen ansprechen, mit einer Beobachtung statt eines Urteils.

Selbst erarbeiten lassen

Die Maßnahme kommt vom Azubi, nicht vom Ausbilder. So steht er auch dahinter.

Für dein Ausbildungsteam

Der Azubi entwickelt die Lösung. Der Ausbilder hält den Prozess.

Du möchtest deine Ausbildungsbeauftragten ähnlich stärken? Wir entwickeln das Training mit deinen eigenen Gesprächsfällen.

Stimmen aus dem Team

Das sagt das Ausbildungsteam von HEWI

Der Teamleiter und ein Ausbildungsbeauftragter der technischen Ausbildung über Ablauf, Wirkung und das, was sie in ihren Alltag mitnehmen.

Daniel Wilke Teamleiter technische Ausbildung · HEWI

„Unsere Ausbildungsmannschaft hat einen echten Mehrwert.“

Ich habe mir von dem Lehrgang erhofft, dass unser gesamtes Ausbildungsteam, also auch die Ausbildungsbeauftragten, mehr mit dem Thema Coaching und Gesprächsführung in Kontakt kommt. Ausbildung ist nicht nur das Vermitteln von Lerninhalten, sie braucht auch das Zwischenmenschliche. Wer das nicht berücksichtigt, hat mehr Konflikte.

Gerade im technischen Bereich haben wir eher Menschen, die in Zahlen denken und nicht in Worten. Der Lehrgang hat ihnen Gesprächsführung und Coaching nähergebracht und gezeigt, dass das zielführend ist, um im Alltag besser mit den Auszubildenden umzugehen. Besonders gut fand ich, dass wir als Team verschiedene Situationen durchspielen und auch mal die Rollen wechseln konnten.

Mit dem Ergebnis bin ich durchweg sehr zufrieden. Unsere Ausbildungsmannschaft versteht den Hintergrund dieser Generation jetzt besser. Konflikte können so eher vermieden oder offen angesprochen werden. Das verbessert das Arbeitsklima, und wir können uns mehr auf die Lerninhalte konzentrieren.

Marvin Cuypers Ausbildungsbeauftragter technische Ausbildung · HEWI

„Ich sehe die Auszubildenden jetzt mit anderen Augen.“

Am Anfang habe ich mich gefragt, ob mich der Lehrgang wirklich weiterbringen kann. Ich hatte erwartet, dass man vor allem etwas erzählt bekommt und nicht wirklich etwas mitnehmen kann.

Es kam ganz anders: Es gab sehr, sehr viele Übungen, wir konnten dadurch sehr viel trainieren und haben so gut wie alles selbst erarbeitet. Das hat uns als Gruppe gestärkt, und das hat mir auch am meisten Spaß gemacht. Von mir gibt es 9 von 10 Punkten.

Ab sofort werde ich die Auszubildenden mit anderen Augen sehen und Probleme anders erkennen und ansprechen können. Besonders klar geworden ist mir der Unterschied zwischen Coaching und Beratung: Beim Coaching zeige ich die Probleme auf, und der Auszubildende kommt selbst auf die Lösung. Bei der Beratung gebe ich meine eigenen Lösungen vor, obwohl der Auszubildende vielleicht ganz anders tickt.

Kostenloser Praxisbericht · PDF

Das HEWI-Whitepaper zum Herunterladen

Titelseite des Whitepapers „Zuhören. Erkennen. Selbst erarbeiten lassen.“ mit dem HEWI-Ausbildungsteam

Alles zum Projekt auf elf Seiten: Ausgangslage, Lernarchitektur, das 3K-Gesprächsmodell, der Ablauf im Coachinglabor und die Stimmen aus dem Team. Dazu vier Prinzipien, die du für das Training deiner Ausbildungsbeauftragten übernehmen kannst.

Whitepaper anfordern

* Pflichtfelder. Die Telefonnummer nutzen wir nur, falls beim Download technische Schwierigkeiten auftreten.

Wirkung und Übertragbarkeit

Vier Prinzipien, die jeder Betrieb übernehmen kann

Aus Sicht der Teilnehmenden hat sich viel verändert: Sie sehen Auszubildende mit anderen Augen, erkennen Probleme früher und klären Konflikte offen. Das verbessert das Arbeitsklima und lässt mehr Raum für die Lerninhalte.

Das ganze Team trainieren

Eine Gesprächskultur entsteht nur, wenn alle Ausbildungsverantwortlichen dieselbe Sprache sprechen.

Theorie digital vorverlagern

Grundlagen im Lernmanagement, damit die gemeinsame Zeit für Übung frei bleibt.

Echte Fälle üben

Situationen aus dem eigenen Ausbildungsalltag statt konstruierter Lehrbuchbeispiele.

Die Methode vorleben

Wer selbst Lösungen erarbeiten durfte, lässt auch Auszubildende selbst erarbeiten.

Training für dein Team anfragen Schreib uns, wie viele Ausbildungsbeauftragte teilnehmen sollen.
Zahlen und Fakten

Das HEWI-Training auf einen Blick

  • Bildungsreif hat bei HEWI 10 Ausbildungsverantwortliche aus der technischen Ausbildung in Coaching und schwieriger Gesprächsführung trainiert.
  • Das Training bei HEWI umfasste 1,5 Präsenztage, in denen 10 Gesprächsfälle aus dem Ausbildungsalltag geübt wurden; die Grundlagen erarbeiteten die Teilnehmenden vorab im innovatim Lernmanagement.
  • Kern der Präsenz bei HEWI waren 4 Coachinglabore in Dreiergruppen, in denen jede Person einmal coacht, einmal den Azubi spielt und einmal beobachtet.
  • Das Gesprächsmodell im Training von Bildungsreif heißt 3K: Kennen, Klären, Konkret machen.
  • Als wichtigste Erkenntnis nannte das HEWI-Team den Unterschied zwischen Beratung, bei der der Ausbilder die Lösung vorgibt, und Coaching, bei dem der Auszubildende sie selbst erarbeitet.
Häufige Fragen

Was Betriebe vor einem Gesprächstraining wissen wollen

Was lernen Ausbildungsbeauftragte in einem Training zu Coaching und Gesprächsführung?

Sie lernen, Gespräche mit Auszubildenden so zu führen, dass Probleme früh auf den Tisch kommen und der Azubi selbst eine Lösung entwickelt. Dazu gehören drei Bausteine. Erstens beobachten statt bewerten: Aus „Du bist unzuverlässig“ wird eine konkrete Beobachtung mit einer offenen Frage. Zweitens ein Gesprächsmodell, das Halt gibt; bei Bildungsreif ist das das 3K-Modell mit den Schritten Kennen, Klären und Konkret machen. Drittens die Haltung, die dahintersteht: Der Ausbilder zeigt das Problem auf und hält den Prozess, die Maßnahme erarbeitet der Auszubildende. Geübt wird an echten Fällen aus dem eigenen Betrieb, in wechselnden Rollen als Coach, Azubi und Beobachter. Gerade Fachleute aus der technischen Ausbildung, die lieber in Zahlen als in Worten denken, gewinnen so in kurzer Zeit Sicherheit für Gespräche, die sie bisher aufgeschoben haben.

Wie lange dauert das Training und wie ist es aufgebaut?

Bei HEWI bestand das Training aus zwei Teilen. Vorab erarbeiteten die Teilnehmenden die Grundlagen zu Gesprächsführung und Coaching im innovatim Lernmanagement, eigenständig und in ihrem Tempo. Danach folgten 1,5 Präsenztage im Betrieb, die fast vollständig der Praxis gehörten. Der erste Tag führte in drei Schritten vom Verstehen über das klare Ansprechen bis zum Coachen, am zweiten Tag probte jede Person ihr eigenes, bisher aufgeschobenes Gespräch und legte fest, wie sie das Gelernte in den Alltag überträgt. Diese Trennung hat einen einfachen Grund: Präsenzzeit ist in der Ausbildung knapp. Wer sie für Vorträge nutzt, verschenkt die Zeit, in der man gemeinsam üben, beobachten und Rollen wechseln kann. Umfang und Verteilung stimmen wir mit jedem Betrieb neu ab, je nach Teamgröße und Ausgangslage.

Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Beratung in der Ausbildung?

Wer berät, gibt die eigene Lösung vor: „So würde ich es machen.“ Das passt zur Erfahrung des Ausbilders, aber nicht unbedingt zu dem, wie der Auszubildende tickt. Wer coacht, macht das Problem sichtbar und fragt: „Was brauchst du, damit es klappt?“ Die Maßnahme entsteht dann beim Azubi, und weil sie seine eigene ist, setzt er sie eher um. Beides hat seinen Platz. Geht es um Arbeitssicherheit oder feste Standards, ist eine klare Ansage richtig. Geht es um Verhalten, Motivation, Pünktlichkeit oder Konflikte im Team, wirkt Coaching nachhaltiger. Für das Ausbildungsteam bei HEWI war genau diese Unterscheidung die wichtigste Erkenntnis des Trainings. Spürbar wurde sie im Rollenwechsel: Wer selbst einmal den Azubi spielt, merkt, wie ein gut gemeinter Ratschlag beim Gegenüber ankommt.

Was ist das 3K-Gesprächsmodell?

Das 3K-Modell ist ein Leitfaden für Coachinggespräche mit Auszubildenden, den wir in unseren Trainings einsetzen. Es hat drei Schritte. Kennen heißt, die Situation zu verstehen, etwa mit der Frage „Was beschäftigt dich gerade?“. Klären heißt, Ziel, Zusammenhänge und Ressourcen herauszuarbeiten: „Was möchtest du stattdessen erreichen?“. Konkret machen heißt, Optionen zu sammeln und den eigenen nächsten Schritt festzulegen: „Was wirst du bis wann tun?“. Der Leitfaden hilft vor allem denen, die Gespräche nicht täglich führen. Er gibt eine Reihenfolge vor, verhindert, dass man zu früh zur Lösung springt, und sorgt dafür, dass am Ende eine verbindliche Vereinbarung steht. Im Training wird das Modell nicht nur erklärt, sondern in mehreren Durchgängen an echten Fällen geübt, bis es sich natürlich anfühlt.

Warum sollte das ganze Ausbildungsteam trainiert werden und nicht nur die Ausbildungsleitung?

Weil die meisten Gespräche mit Auszubildenden nicht im Büro der Ausbildungsleitung stattfinden, sondern an der Werkbank, in der Abteilung und im Alltag. Dort arbeiten die Ausbildungsbeauftragten. Wenn nur eine Person weiß, wie man ein schwieriges Gespräch führt, landen alle Konflikte bei ihr, und meist erst dann, wenn sie schon groß sind. Daniel Wilke, Teamleiter der technischen Ausbildung bei HEWI, hat es so formuliert: Konflikte sollen rechtzeitig angegangen werden, von der kompletten Mannschaft und nicht nur von einem einzelnen Ausbilder. Ein gemeinsames Training hat einen weiteren Vorteil. Das Team entwickelt eine gemeinsame Sprache und dieselben Werkzeuge, kann sich gegenseitig Feedback geben und das Gelernte im Alltag am Leben halten. Nach dem Training ist Gesprächsführung dann keine Sache Einzelner mehr, sondern eine Kompetenz der ganzen Ausbildungsmannschaft.

Können wir das Training mit unseren eigenen Gesprächsfällen durchführen?

Ja, und genau das empfehlen wir. Bei HEWI stammten alle 10 Gesprächsfälle aus dem technischen Ausbildungsalltag, und jede teilnehmende Person brachte zusätzlich ein Gespräch mit, das sie bisher aufgeschoben hatte. Dieses Gespräch begleitete sie durch das ganze Training bis zur Probe am Ende. Konstruierte Lehrbuchbeispiele haben einen Nachteil: Man kann sich leicht davon distanzieren. Echte Situationen dagegen, etwa wiederholtes Zuspätkommen, nachlassende Leistung oder Spannungen in einer Gruppe, erkennen alle sofort wieder, und das Gelernte lässt sich am nächsten Arbeitstag anwenden. Im Erstgespräch klären wir deshalb, welche Situationen in deinem Betrieb typisch sind, wer teilnimmt und welches Ziel das Training haben soll. Daraus entwickelt Bildungsreif die Fälle, die Übungen und den Ablauf für dein Team.

Worin unterscheidet sich das Inhouse-Training vom Coach-Lehrgang mit IHK-Zertifikat?

Das Inhouse-Training stärkt ein ganzes Team in kurzer Zeit, im eigenen Betrieb und mit den eigenen Fällen. Es endet nicht mit einer Prüfung, sondern mit Gesprächen, die die Teilnehmenden geprobt haben und im Alltag führen. Der Lehrgang Coach für betriebliche Ausbildung (IHK) richtet sich dagegen an einzelne Ausbildungsverantwortliche, die Coaching in der Ausbildung umfassend lernen und mit einem IHK-Zertifikat abschließen wollen. Er läuft über mehrere Module, enthält eine Prüfung und verbindet Teilnehmende aus verschiedenen Unternehmen. Beides lässt sich gut kombinieren: Häufig vertieft eine Person aus dem Team, etwa die Ausbildungsleitung, das Thema im Lehrgang, während das Inhouse-Training alle anderen auf denselben Stand bringt. Welcher Weg für deinen Betrieb passt, klären wir gern im Erstgespräch. Details zum Lehrgang stehen auf der Seite des Coach-Lehrgangs.

Was kostet ein Inhouse-Training für Ausbildungsbeauftragte?

Das hängt von der Teamgröße, der Dauer, dem Umfang der digitalen Vorbereitung und dem Ort ab. Deshalb nennen wir keinen Pauschalpreis, sondern machen nach einem kurzen Erstgespräch ein schriftliches Angebot. Im Gespräch klären wir, wie viele Ausbildungsbeauftragte teilnehmen, welche Gesprächssituationen bei euch typisch sind, ob das Training an einem oder an zwei Tagen stattfinden soll und ob die Teilnehmenden vorab im Lernmanagement arbeiten. Danach weißt du, was das Training kostet und was dein Team davon hat. Ein Vergleich hilft bei der Einordnung: Ein Konflikt, der zu spät angesprochen wird, kostet Zeit, Nerven und im schlimmsten Fall einen Ausbildungsabbruch. Das Erstgespräch mit Bildungsreif ist kostenlos und unverbindlich, du kannst den Termin direkt online buchen oder uns über das Formular schreiben.

Sprich mit uns

Training für dein Team? Lass uns darüber sprechen.

Schreib uns, wie viele Ausbildungsbeauftragte teilnehmen sollen und welche Gesprächssituationen bei euch typisch sind. Wir melden uns persönlich und entwickeln einen Vorschlag für dein Team.

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